05.03.10
Die europäischen Sozialsysteme haben die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Wirtschaftskrise gut abgefedert. Zu diesem Ergebnis kommt der "Gemeinsame Bericht über Sozialschutz und soziale Eingliederung 2010", den die EU-Kommission heute vorgestellt hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Lehren aus den Erfahrungen mit der europäischen Krisenreaktion gezogen werden können. „Die Krise hat die Stärke des europäischen Sozialmodells und des gemeinsamen Konzepts der EU zur Bewältigung der sozialen Auswirkungen der Krise deutlich gemacht", erklärte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration. Er warb dafür, Sozialmaßnahmen zum festen Bestandteil der langfristigen Wirtschafts- und Beschäftigungsstrategien zu machen. "Dass die Verringerung der Armut zu den Kernzielen in der Europa-2020-Strategie zählt, zeigt deutlich, was man aus den Erfahrungen des vergangenen Jahrzehnts gelernt hat", betonte er.
Die Europäer können auf einige der wirksamsten sozialen Netze der Welt zählen. Doch diese Netze weisen auch Lücken auf. Die Arbeitslosigkeit in der EU beträgt derzeit 9,1 Prozent und könnte 2010 10,3 Prozent erreichen. Die Quote bei jungen Arbeitnehmern und Migranten ist mehr als doppelt so hoch (20,7 Prozent bzw. 19,1 Prozent). In Deutschland betrug 2008 die Beschäftigtenquote 70,7 Prozent und lag für Männer bei 75,9 Prozent, für Frauen nur bei 65,4 Prozent (Durchschnitt EU-27: 65,9 Prozent, Männer: 72,8, Frauen: 59,1 Prozent). Das Armutsrisiko lag 2008 in Deutschland insgesamt bei 13 Prozent (EU-27: 12 Prozent).
Die EU-Arbeits- und Sozialminister erörtern den Bericht am 8. und 9. März, er wird auf der Frühjahrstagung des Europäischen Rates am 25. und 26. März vorgelegt.
Weitere Informationen zu den Empfehlungen finden Sie hier. Den Gemeinsamen Bericht über Sozialschutz und soziale Eingliederung 2010 und die Begleitunterlagen finden Sie hier.
Quelle: EU Kommission